E-Commerce-Magazin - Titelinterview zu WCM-Trends

18 Apr 2008

Integriert & Sicher

Wesites, Intranets und Portale werden zu zentralen Schnittstellen für Wissenstransfer, Innovationen und Geschäftsabwicklung. Detlev Legler, General Manager EMEA vom europäischen WCM-Marktführer, RedDot, erklärt Hintergründe und Trends.

ECM: Der Bereich Web Content Management entwickelt sich rasant. Unternehmen und ihre Kunden und Mitarbeiter nutzen das Internet heute sehr aktiv, um Informationen auszutauschen und Geschäfte abzuwickeln. War im Web 1.0-Zeitalter ein möglichst einfaches Management von Inhalten auf Websites gefordert, müssen heute auch tiefe Integrationen mit anderen Systemen sowie die Einbindung von nutzergeneriertem Content bewerkstelligt werden. Stellen Sie eine Veränderung der Anforderung an Content Management-Lösungen bei Ihren Kunden fest?

Detlev Legler: Wir erleben seit langem eine starke Nachfrage nach integrierten Lösungen, um andere Content-Quellen, Portale oder Web 2.0 einzubinden. Das Orchestrieren von Content, also der Zugriff auf inhaltlich zusammengehörige Texte, Dokumente, Bilder und andere Daten aus den unterschiedlichsten Quellen bringt Unternehmen einen enormen Effizienzschub und hat sich zum Motor vieler Business- und Innovationsprozesse entwickelt. Für den Großteil unserer über 2.600 Kunden ist die Investition in Content Management-Lösungen ein strategisch gut durchdachter und wichtiger Schritt.

ECM: Der Begriff Web 2.0 ist schon eine Weile in aller Munde. Denken Sie, dass es sich hierbei um einen Hype handelt, der bald wieder verklingen wird?

Detlev Legler: Der Begriff ist sicher etwas überstrapaziert, aber was den geschäftlichen Nutzen angeht, so stehen wir erst ganz am Anfang einer sehr aufregenden Zeit. Das sehen übrigens auch die Analysten von Gartner so, die Web 2.0 als eine der Schlüsseltechnologien der nächsten Jahre werten. Unternehmen sollten beim Aufbau ihres Web 2.0-Fundaments auf eine integrierte Lösung achten. Einzellösungen in Abteilungen oder Bereichen führen zu weiteren Content-Inseln, die weder unternehmensweit genutzt noch zentral betreut werden können. Das ist ein oft unterschätztes Risiko. Viele Unternehmen haben dies bereits schmerzhaft fest gestellt. 

ECM: Ist ein integrierter Ansatz denn so wichtig? Auf Abteilungsebene werden ja häufig Wikis oder Foren mit frei verfügbaren Lösungen betrieben. Inwieweit sollten die Content Management-Strategien eines Unternehmens und seine Web 2.0-Ambitionen zusammenspielen?

Detlev Legler: Wer privat die Vorteile von Web 2.0 zu schätzen gelernt hat, möchte im Unternehmen natürlich nicht darauf verzichten. Vor allem jüngere Mitarbeiter sind die Triebfeder von Web 2.0-Nutzung in Unternehmen. Frei verfügbare Lösungen verleiten ja auch dazu, schnell mal etwas ins Leben zu rufen und auszuprobieren. Es gibt in vielen Unternehmen bereits ein Wildwuchs solcher kleinen Insellösungen. Das bereitet jedoch nicht nur den IT-, Sicherheits- und Datenschutz-Verantwortlichen Kopfschmerzen, sondern ist auch aus Unternehmenssicht kontraproduktiv. Die Mitarbeiter verbringen einen Teil ihrer Arbeitszeit damit, Inhalte zu generieren, auf die nur wenige Zugriff haben. Das Ziel ist jedoch, das nutzererzeugte Wissen allen Berechtigten im jeweils richtigen Zusammenhang zur Verfügung zu stellen. Das setzt eine Lösung voraus, die Foren, Blogs oder Wikis als integrierte Bausteine mit einheitlicher Benutzerverwaltung und Suche in einem ECM-Gesamtsystem anbietet. 

ECM: Das klingt ja ein wenig nach Wissensmanagement 2.0 …

Detlev Legler: Richtig, wir haben heute schon viele Kunden, die ihre Web-Plattformen den Nutzern zum aktiven Meinungs- und Wissensaustausch öffnen. Beispiel STA Travel, der weltgrößte Anbieter von Jugend- und Studentenreisen: Durch den Einsatz unserer Lösungen können Nutzer weltweit auf den in 19 Sprachen verfügbaren STA-Websites ihre Reiseerlebnisse ausdrücken. Andere Nutzer greifen auf diesen enormen und sehr aktuellen Erfahrungsschatz zu und buchen ihre individuellen Reisen. Die Investition in Web 2.0 hat sich durch gestiegenes Buchungsaufkommen bereits in kurzer Zeit amortisiert! Auch Kunden aus einem konservativerem Umfeld wie die Bertelsmann-Stiftung setzen diese Technologien bereits sehr erfolgreich ein. Aber nicht nur das aktuell vorhandene Wissen soll besser genutzt werden: Gesucht werden auch Lösungen, um das Wissen von erfahrenen Mitarbeitern digital abzubilden und damit für die Jüngeren langfristig nutzbar zu machen. Viele wichtige Wissensträger der Baby Boom-Generation werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Ihr Know-how liegt zum Großteil in ihren Köpfen bzw. digital in Ablagen, Meeting-Protokollen und E-Mail-Silos und ist für andere nicht verfügbar bzw. durchsuchbar. Web 2.0-Technologien bieten eine Möglichkeit, um das Wissen langfristig nutzbar zu machen. Die Fachexperten haben darüber hinaus die Chance, ihre Expertise mit einer viel größeren Reichweite im Unternehmen anzubieten. Der Wunsch der eigenen Darstellung, der hinter allen, meist intrinsischen Web 2.0-Aktivitäten steckt, kann in solchen Fällen produktiv genutzt werden.

ECM: Bei dem letzten Titelinterview (ecm03/2007) war RedDot kurz zuvor von Open Text übernommen worden. Wie beurteilen Sie die Situation jetzt und wie wird sich das Zusammenspiel weiter entwickeln?
 
Detlev Legler: Als RedDot, die Open Text Web Solutions Group, sind wir nun Teil des weltweit größten unabhängigen ECM-Anbieters. Wir sind ein Team und bauen gemeinsam unsere Marktführerschaft aus. In Europa sind wir bereits mit deutlichem Abstand die Nummer eins im Web Content Management und weltweit unter den Top 3. Dass das Zusammenspiel gut funktioniert, zeigt sich auch an der Vielfalt integrierter Lösungen. Beispiel Enterprise 2.0: Wir bieten in der Gruppe mit über 15 Jahren Erfahrung im kollaborativen Umfeld beste Produkte, um jegliche Informationsprozesse in Unternehmen zu unterstützen und verbundene Herausforderungen wie Compliance, Zugriffsschutz und Risikomanagement abzudecken. So haben wir beispielsweise schon den Umgang mit E-Mails rechtssicher gestaltet. Das ist aber nur eins von vielen aktuellen Beispielen. Sei es im SAP Umfeld, im Web Content Management oder im Digital Asset Management - in allen Bereichen sind wir hervorragend aufgestellt.

ECM: Die Open Text Gruppe ist strategischer Partner von SAP und Microsoft. Hat dies auch Auswirkungen auf die RedDot Web Solutions Group?

Detlev Legler: Sowohl SAP als auch Microsoft sind für uns schon seit Jahren wichtige Partner und strategische Eckpfeiler unserer Produktentwicklung. Wir sind Marktführer im Web Content Management für beide Plattformen. Wir bieten integrierte Lösungen, das notwendige Know-how und ein erfahrenes Partnernetzwerk. Nehmen Sie zum Beispiel unser Web Solutions for SAP: Wir arbeiten als Gruppe seit über 15 Jahren eng mit SAP zusammen und haben viele tausend Kunden weltweit, die unsere SAP-Lösungen einsetzen. Auf dieser Basis haben wir herausragende Lösungen geschaffen. Dieser Fokus wird von unseren Kunden aber auch von Analysten geschätzt und drückt sich letztendlich in unserem geschäftlichen Erfolg aus. Gleiches gilt für unsere Web Solutions for Microsoft. Aus gutem Grund haben wir sowohl bei SAP in Walldorf, als auch bei Microsoft in Redmond eigene Standorte, um mit den Entwicklungsteams eng zusammenarbeiten. Diese guten Partnerschaften sowie auch die Größe und Erfahrung unserer Mannschaft verschafft uns und unseren Kunden in vielen Bereichen immer wieder einen Vorsprung.

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Eine Plattform für Information, Social Media und Commerce "Brot für die Welt“ betreibt mit OpenText Web Site Management seit mehr als zehn Jahren ein komplexes Informations- und Spendenportal

VHV Versicherungen

Für die VHV ist die Einführung der neuen Web Content Management-Lösung zusammen mit dem Relaunch eine klare Erfolgsgeschichte. Dass so viel Neues in so kurzer Zeit umgesetzt werden konnte zeigt, dass OpenText Web Site Management die perfekte Lösung war.

Stadtwerke Augsburg

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Ein userzentrierter Ansatz der Content-Darstellung und das Angebot von Bürgerdiensten machen das barrierefreie Online-Angebot des Saarlandes zu einem Aushängeschild.

Aastra DeTeWe

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Häfele spricht Interessenten weltweit in der Sprache an, die sie verstehen. Informationen zu 50.000 Produkten sind in 30 Sprachen barrierefrei abrufbar.

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